Das Tesla des Hörens

Ausgründung der OptoGenTech GmbH aus einem Wissenschaftsprojekt markiert den nächsten Schritt auf dem Weg zur Markteinführung eines innovativen optischen Cochlea-Implantats.

Am 09.01.2019 wurde die OptoGenTech GmbH mit Sitz in Göttingen gegründet. Ziel des neuen Unternehmens ist die Entwicklung eines optischen Cochlea-Implantats. Die Markteinführung eines solchen Medizinproduktes bedeutet einen ähnlichen Technologiesprung wie der vom Verbrennungsmotor hin zu alternativen Antrieben beim Automobil. Analog zu Tesla aus den USA in diesem Bereich kann die OptoGenTech GmbH zum Technologie-Vorreiter auf dem Feld des Hörens werden.

Als Cochlea-Implantate werden Prothesen bezeichnet, die Gehörlose in die Lage versetzen, wieder hören zu können. Allein in Deutschland gibt es mehr als 50.000 Träger eines Cochlea-Implantats (Stand 2017).

Die medizintechnologische Entwicklung der Cochlea-Implantate reicht in die 1960er Jahre zurück und basiert auf der Stimulation der Hörnerven im Innenohr durch elektrische Impulse. Das optische Cochlea-Implantat setzt in diesem Bereich auf Lichtimpulse. Mittels dieser innovativen Technologie kann die Stimulation der Hörnerven um ein Vielfaches feiner erfolgen als mit der angestammten. Dadurch wiederum kann der Patient akustische Signale nochmals deutlich besser wahrnehmen. Hauptvorteil ist ein besseres Sprachverständnis, aber auch der Genuss des Musikhörens wird wieder ermöglicht.

Bis zur geplanten Markteinführung ist es aber noch ein langer Weg. Teilweise ist dies bedingt durch die noch notwendige Weiterentwicklung der Technologie, vor allem aber durch die vorgeschriebenen Durchführungen medizinischer Studien und die Absolvierung umfangreicher Zulassungsprozesse.

Dass das optische Cochlea-Implantat ein Erfolg wird, davon sind nicht nur die Gründer der OptoGenTech GmbH überzeugt. Schon seit dem Start des Projektes in 2014 – die Forschungstätigkeit von Prof. Moser auf diesem Gebiet reicht noch weiter zurück – wird das Projekt von internationalen Medizintechnik-Unternehmen und Instituten wie Fraunhofer unterstützt. Seit Februar 2018 wird das Team vom Photonik Inkubator Göttingen mit fast 1,4 Mio. Euro gefördert. Solche Summen werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung nur zur Verfügung gestellt, wenn ein vorgeschriebener Evaluationsprozess ergibt, dass ein Wissenschaftsprojekt mit großer Wahrscheinlichkeit in ein wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen überführt werden kann.

 

Bild: Das interdisziplinäre Gründerteam aus den Bereichen Medizin, Physik und Biologie der OptoGenTech GmbH – Prof. Dr. Tobias Moser, Universitätsmedizin Göttingen Prof. Dr. Ulrich Schwarz, TU Chemnitz; Dr. Christian Goßler, TU Chemnitz; Dr. Daniel Keppeler, Universitätsmedizin Göttingen (v. l. n. r.)

 

Weitere Information zum Photonik Inkubator, Göttingen: Julia Liebing, liebing(at)photonik-inkubator.de, Tel. 0551 30724-135 und unter www.photonik-inkubator.de

Weitere Informationen zur OptoGenTech GmbH: Thomas Keller, keller(at)photonik-inkubator.de, Tel. 0551 6337291