FiberLab gewinnt Innovationspreis 2015

Das Photonik Inkubator Team um Anna Lena Baumann, Christian Waltermann und Philip Gühlke sowie ihrem Mentor Wolfgang Schade vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut hat für seinen Sensor FiberLab den 1. Platz in der Kategorie Gründung beim Innovationspreis des Landkreises Göttingen erhalten.

Der Allround-Sensor FiberLab mit seinen verschiedenen Laborfunktionen überzeugt in seiner miniaturisierten Dimension und bedient damit die klaren Anforderungen des Marktes: Viele technische Anwendungen erfordern heutzutage extrem kleine und leichte Sensoren. Zum einen, um minimale Änderungen messen zu können, zum anderen, um die Messergebnisse nicht durch den Sensor selbst zu verfälschen. Dabei gibt es elektronische Detektoren zwar für alle denkbaren Anwendungen, doch für jede wird ein separater Sensor benötigt, und so sind Miniaturisierung sowie platzsparende Zuleitungen ein Problem.

Die neue Faser basiert im Prinzip auf dem als Temperatur- und Dehnungssensor bekannten ,Faser Bragg Gitter‘, erweitert um die Komponente der Formmessung im dreidimensionalen Raum und der Brechungsindexerfassung von umgebenden Flüssigkeiten. Mit Hilfe eines einzigartigen, am Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut in Goslar entwickelten Femtosekundenlaser-Strukturierungsprozesses werden in den Mantel der Glasfaser Gitterstrukturen eingeschrieben, die mit dem in der Glasfaser geführten Licht interagieren und ausgewertet werden können.

Neben Informationen wie Temperatur, Kraft oder Druck ist dieser faseroptische Sensor in der Lage, seine eigene dreidimensionale Form sehr präzise zu erfassen. Dazu gehören Biegungen, Torsionen und letztlich auch seine eigene Bewegung im Raum. Flexibel integrierbar verleiht er Instrumenten, Textilien und anderen Geräten eine intelligente Wahrnehmung. Bei einem Durchmesser von weniger als einem Viertel Millimeter spielt die Faser ihren entscheidenden Vorteil vor allem bei Anwendungen mit nur minimalem Platzangebot aus, wie es z.B. bei Gehirnkathetern der Fall ist.

Zudem sind die Sensoren unabhängig von elektrischen oder magnetischen Einflüssen und durch die hohe Temperaturbeständigkeit auch sterilisierbar. Im Laufe des Projektes wird die Prozessierung der Fasern zu einem automatisierten Standard weiterentwickelt, sodass bei entsprechenden Stückzahlen die Faser auch als Einmalprodukt verwendbar sein wird.

Der Photonik Inkubator in Göttingen bietet Gründern mit zukunftsträchtigen Ideen das bestmögliche Umfeld. Innovative Forschungsvorhaben aus den Bereichen Photonik/Optische Technologien und Plasma reifen hier zu einem marktfähigen Produkt. Zusätzlich erhalten die Forscher das betriebswirtschaftliche Know-how, um als Unternehmer erfolgreich am Markt zu agieren. Gute Forschungsbedingungen und kompetente Projektsteuerung bei kompletter Finanzierung – mit dem Förderkonzept des Photonik Inkubators gelingt der Sprung von der Wissenschaft in die Wirtschaft. 

 

 

Kontakt:

Team Fiber Lab, Anna Lena Baumann, baumann(at)photonik-inkubator.de

Photonik Inkubator GmbH, Julia Altmann, altmann(at)photonik-inkubator.de

 

Foto: Wolfgang Beisert