Der Photonik Inkubator

Die Idee für den Photonik Inkubator ist aus dem Life Science Inkubator entstanden und orientiert sich an den Bedürfnissen der gründungswilligen Forscher. Diese stehen in der Regel vor einigen Herausforderungen. Das sind zunächst einmal die langen Entwicklungszyklen und die hohen Kosten der lebenswissenschaftlichen Forschung.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland zwar eine exzellente Förderstruktur für die Grundlagenforschung. Wer aber vielversprechende Forschungsergebnisse in die Anwendung bringen und vermarkten will, findet nur wenige Geldgeber, die sich bereits in einer frühen Phase der Entwicklung beteiligen. Öffentliche Förderinstrumente sind heiß umkämpft, private Investoren und industrielle Partner dagegen machen sich rar. Sie wollen in der Regel erst dann finanziell einsteigen, wenn die Idee selbst und das unternehmerische Konzept sich als tragfähig erweisen.

Zugleich sind Wissenschaftler nicht automatisch auch Unternehmer. Wer ein Startup gründet, muss vieles neu erlernen: wie man ein gutes Team organisiert, wie man Investoren überzeugt, wie man das eigene Produkt erfolgreich vermarktet. Allzu oft scheitern hoffnungsvolle Jungunternehmen an der ökonomischen Realität. 

Diese Lücken füllt der Photonik Inkubator. Innovative Gründer finden ein modernes und gut ausgestattetes Forschungsinstitut vor, um ihre Idee weiter auszuarbeiten. Daneben erhalten sie Coaching und Schulungen für ihre zukünftige unternehmerische Tätigkeit. Die Projekt- und Personalkosten werden in dieser Zeit zu 100 Prozent übernommen, gleichzeitig kümmern sich die Inkubator-Mitarbeiter um eine tragfähige IP-Strategie sowie die nachhaltige Anschlussfinanzierung. 

Dieses deutschlandweit einzigartige Inkubationskonzept, das der Photonik Inkubator vom Life Science Inkubator übernommen hat, ist der Schlüssel zum Erfolg. Entstanden ist der LSI 2008 als Public-Private Partnership des Bundesforschungsministeriums, des Wissenschaftsministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen, der Max-Planck-Gesellschaft, der Helmholtz-Gemeinschaft, der Fraunhofer-Gesellschaft, des Forschungszentrums caesar, der NRW.Bank und der Stadtsparkasse Bonn.

Das renommierte Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young bescheinigte dem LSI in seiner Evaluierung eine „höhere Erfolgswahrscheinlichkeit frühphasiger Projekte“ und empfahl, das Konzept in weitere Regionen und auf andere Technologien zu übertragen. Der LSI hat diese Empfehlung angenommen: seit 2013 fördert der Life Science Inkubator Sachsen innovative Gründer am Standort Dresden, 2014 nahm der Photonik Inkubator in Göttingen die Arbeit auf.

Neue Inkubationskonzepte im Test

Am Photonik Inkubator werden zudem neue Inkubationskonzepte erprobt: die dezentrale Inkubation und Gründen ohne Gründer.

Dezentrale Inkubation

Nicht immer ist ein Umzug des Projekts nach Bonn, Dresden oder Göttingen sinnvoll. Vor allem dann, wenn teure Gerätschaften am Heimatinstitut des Projektteams vorhanden sind, die die Kapazitäten des Inkubators sprengen würden. Auch wenn die Inkubation dann an einem anderen Ort geschieht, bleiben Projektsteuerung, Team- und Unternehmensentwicklung ein fester organisatorischer Bestandteil.

Gründen ohne Gründer

Nicht selten ergeben sich aus der Forschung heraus neue und vielversprechende Technologien, die nicht weiter verfolgt werden. Das Inkubationskonzept „Gründen ohne Gründer“ sieht vor, solche brach liegenden Technologien in die Anwendung zu bringen. Entsprechend den jeweiligen Erfordernissen wird das Projektteam dann erst neu gebildet.